Tagesschau
14. August 2022 aktualisiert um 06:23
Chronik

Zivilschutz

Unwetter: Zahlreiche Muren und Schäden

Starke Unwetter haben in mehreren Gebieten Schäden verursacht. St. Martin in Thurn: ca. 100 mm Niederschlag in einer Stunde. Einige Straßen bleiben gesperrt.
Quelle © Landesfeuerwehrverband  Mure in St. Martin in Thurn
Mure in St. Martin in Thurn
­Die Unwetterfront vom Freitag hat Südtirol wieder verlassen. Starke Regenfälle und Windböen haben einige Gebiete stark getroffen und Schäden verursacht. Am heftigsten regnete es in St. Martin in Thurn und Umgebung. Ab dem späten Nachmittag gab es knapp 100 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter. Ein historisches Maß. Der Bevölkerungsschutz des Landes bringt einen Vergleich: In Bozen lag die bisher höchste aufgezeichnete Niederschlagsmenge in der Nacht vom 31. Jänner auf 1. Februar 1986 bei 112 mm pro Quadratmeter – innerhalb von 24 Stunden.
Im Laufe des Abends vom Freitag hat sich die Wettersituation gebessert.
Ab heute, Samstag, sind ab Vormittag weitere Gewitter möglich.

200 Einsätze der Feuerwehren

Ab den ersten Nachmittagsstunden wurden 50 Freiwillige Feuerwehren zu mehr als 200 Einsätzen gerufen, bei denen rund 1 000 freiwilligen Feuerwehrleuten im Einsatz waren. Auch die Berufsfeuerwehr rückte zum Einsatz aus. Zur Überwachung der Situation an den Wasserläufen sind die Experten der Wildbachverbauung des Landes unterwegs, um im Notfall erforderliche Sicherheitsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Im Pustertal wurde die Bezirksleitstelle aktiviert. In Bozen bewertet das Lagezentrum seit den Abendstunden die weitere Entwicklung.
Lokalaugenscheine in besonders betroffenen Gebieten werden am Samstag vormittags durchgeführt.

Besonders betroffene Gebiete

Es gab keine Verletzten. Besonders betroffen waren folgende Gebiete.

In Pflersch ist der Korbbach über die Ufer getreten: Vom mitgeführten Material sind auch einige Häuser und ein Stall betroffen. Ein Bilder der Aufräumarbeiten.
Bei Olang-Geiselsberg hat eine Mure mehrere Autos erfasst. Glücklicherweise konnten alle Personen – darunter einige Touristen – ihre Fahrzeuge rechtzeitig verlassen. 

Im Gadertal wurde ein Hotel vorbeugend evakuiert. Alle Gäste wurden in anderen Einrichtungen im Gebiet von Bruneck untergebraucht. In Olang wurden zur Sicherheit 50 provisorische Betten aufgestellt.  

In St. Vigil in Enneberg wurden mehrere Brücken beschädigt. Einige Fahrzeuge wurden zwischen verschiedenen Muren auf den Straßen blockiert. Aber auch in Campill kam es zu Überflutungen.
Bei Rasen-Antholz, Tschengls und im Martelltal sind zahlreiche Muren niedergegangen, haben allerdings keine größeren Schäden verursacht. Hier zeigt ein Video einen Murenabgang von der Tschenglser Hochwand über den Dorfbach bis ins Biotop Tschenglser Au.



Oberhalb von Bruneck hat die Rienz die Seilsperre mit mitgeführtem Material gefüllt. Damit hat die Seilsperre ihre Funktion erfüllt und das Siedlungsgebiet von Bruneck vor Schäden geschützt. In den nächsten Tagen wird das Material entfernt.
Vermurte Straßen gesperrt
Aufgrund von Murenabgängen mussten mehrere Straßen in Südtirol gesperrt werden.
Auf der Gadertaler Staatsstraße zwischen St. Martin in Thurn und Wengen und zwischen Pikolein und Pederoa laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren, die Straße konnte aber wieder für den Verkehr freigegeben werden. Gesperrt werden musste auch die Staatsstraße nach Cortina bei Schluderbach. 
Auch die in Olang bleibt gesperrt und auch die Landesstraße auf den Staller Sattel ab dem Antholzer See bleibt voraussichtlich bis Montag nicht befahrbar.
Die Staatsstraße in Enneberg ist wieder geöffnet, auch die Landesstraße von St. Vigil auf den Furkelpass. Im Einsatz sind die Feuerwehren und der Straßendienst.

Kurzzeitig gesperrt werden musste wegen einer Überschwemmung auch die Vinschger Bahn in Rabland. Die Züge aber fahren wieder.

Aktuelle Informationen über gesperrte und wieder befahrbare Straßen finden Sie auf der Serviceseite der Südtiroler Verkehrsmeldezentrale.

 
tat lpa

					

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