Tagesschau
04. Oktober 2022 aktualisiert um 11:50
Chronik

Familientragödien

​Zwei Bluttaten erschüttern Innsbruck

Ein 63-Jähriger wurde erstochen und eine 24-Jährige schwer verletzt: Die Polizei konnte die beiden mutmaßlichen Täter fassen.
Quelle © Pixabay Einer der beiden mutmaßlichen Täter wurde in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck festgenommen.
Einer der beiden mutmaßlichen Täter wurde in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck festgenommen.
Am Mittwochabend musste sich die Polizei von Nordtirols Landeshauptstadt gleich mit zwei schrecklichen, nicht zusammenhängenden Bluttaten befassen: In Hötting wurde ein Mann erstochen und in Saggen eine Frau mit einem Küchenmesser verletzt.

Sohn des Getöteten meldet sich als mutmaßlicher Täter bei der Polizei

Der 63-Jährige ist von der Polizei tot in seiner Wohnung im Innsbrucker Stadtteil Hötting aufgefunden worden. Der Österreicher wies Schnittverletzungen auf. Eine Obduktion bestätigte ein Tötungsdelikt, hieß es von Seiten des stellvertretenden Leiters des Tiroler Landeskriminalamtes, Gert Hofmann. Als dringend tatverdächtig gilt der 38-jährige Sohn. Dieser wurde selber bei der Polizei vorstellig und teilte mit, einen Mord begangen zu haben.
 
Der 38-Jährige wurde daraufhin am Mittwochabend in Gewahrsam genommen. Seitdem hülle er sich aber in beharrliches Schweigen, so Hofmann. Konkrete weitere Angaben habe der Tatverdächtige nicht gemacht. Somit liege derzeit auch noch kein klassisches Geständnis vor, betonte der Ermittler. Die Tatwaffe sei noch nicht sichergestellt worden. Es seien aber mehrere Messer beschlagnahmt worden.
 
Die Polizei war von Verwandten des Opfers zur Wohnung gerufen worden, weil ein Unglücksfall befürchtet worden war. Sie hatten am Dienstagmittag letztmalig Kontakt mit dem 63-Jährigen. Mit Hilfe der Feuerwehr gelang es den Beamten, über den Balkon die Räumlichkeiten zu betreten, wo die Leiche entdeckt wurde. Der Todeszeitpunkt könne derzeit noch nicht bestätigt werden, sagte Hofmann.

Junge Frau überlebt mehrere Messerstiche

Ein 24-Jähriger hat hingegen ebenfalls am Mittwochabend im Innsbrucker Stadtteil Saggen offenbar versucht, seine Lebensgefährtin in deren Wohnung mit einem Messer zu töten. Der Mann attackierte die 29-Jährige laut Polizei mit einem Küchenmesser und fügte ihr zahlreiche Stichverletzungen im Bereich des Brustkorbs und des Unterbauches zu. Der mutmaßliche Täter flüchtete, wurde aber zwei Stunden später in der Maria-Theresien-Straße festgenommen. Der Libyer verweigerte bisher eine Aussage.
 
Das Motiv war zunächst unklar. Die 29-Jährige schaffte es noch, nach der Attacke auf die Straße zu flüchten – anschließend brach sie dort zusammen. Die Österreicherin wurde von Passanten erstversorgt, die auch die Rettungskette in Gang setzten. Das Opfer sei noch in ärztlicher Behandlung und befände sich in der Klinik auf der Normalstation, teilte Gert Hofmann, der stellvertretende Leiter des Tiroler Landeskriminalamts, mit. Ihr Zustand sei stabil. Sie sei bereits einvernommen worden.
 
Die Tatwaffe wurde in der Wohnung im Stadtteil Saggen entdeckt, hieß es weiter. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen Verdachts des versuchten Mordes. Derzeit würden noch Erhebungen und Einvernahmen im Umfeld geführt und Spuren vom Tatort ausgewertet, hieß es. Der 24-Jährige befand sich am Donnerstagnachmittag weiterhin in Polizeigewahrsam. Der Verdächtige sei polizeilich bisher noch nicht aufgefallen und besitze einen gültigen Asylstatus.
 
ds/apa

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Chronik