Tagesschau
04. Oktober 2022 aktualisiert um 11:50
Gesundheit

Pustertal

​Dem Gesundheitsdienst rennen Krankenhausärzte davon

3 ehemalige Brunecker Krankenhaus-Ärzte eröffnen eine Privatpraxis. Generaldirektor Zerzer reagiert süßsauer: Das sei nicht nur ein Nachteil.
Quelle © Rai Tagesschau Nicht nur am Brunecker Krankenhaus macht sich Ärztemangel breit.
Nicht nur am Brunecker Krankenhaus macht sich Ärztemangel breit.
Die Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus Bruneck hat mit dem Abgang von 3 Ärzten zu kämpfen, die gekündigt haben, um gemeinsam in Pfalzen eine Praxis zu eröffnen, wo sie auch als Hausärzte tätig sein wollen. Und genau das wertet der Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, als Not, die zur Tugend wird. „Ich habe ein weinendes Auge, weil sehr gute Fachärzte verloren gehen, und ein lachendes Auge, weil wir genauso große Probleme haben, gute Hausärzte zu finden. Die 3 Ärzte helfen uns somit, eine gute ärztliche Abdeckung vor Ort zu garantieren“, sagte Zerzer im Mittagsmagazin.

Im Großraum Bruneck öffnet demnächst nicht nur diese Gemeinschaftspraxis in Pfalzen, sondern auch eine Privatklinik in St. Georgen, die im November ihren Betrieb aufnehmen soll. Die Bürger sind besorgt, weil sie höhere Kosten bei der Behandlung ihrer Beschwerden befürchten.

Wird es Konventionen geben?

Generaldirektor Zerzer erklärt, dass sowohl mit der St. Georgener Klinik als auch mit der Pfalzner Gemeinschaftspraxis Gespräche laufen über mögliche Konventionen: „Für uns kann eine Zusammenarbeit durchaus interessant sein, weil wir nicht alles schaffen können.“ Allerdings braucht es weitere Gespräche, um z.B. den Umfang der Leistungen zu definieren. Da es „im Osten derzeit deutlich weniger Reha-Betten als im Westen gibt“, ist das Interesse groß. Mit den Pfalzner Ärzten laufen Gespräche über die angebotenen Leistungen.

Was bedeuten etwaige Konventionen für die Betroffenen?  

Sollten mit den beiden medizinischen Einrichtungen Konventionen geschlossen werden, sind etwaige finanzielle Sorgen der Pusterer Bürger unbegründet. „Wenn wir uns auf Konventionen mit der Klinik in St. Georgen und der Praxis in Pfalzen einigen, bedeutet das für den Bürger, dass er sich an sie wenden kann wie an eine öffentliche Einrichtung ohne Zusatzkosten gleich wie im Krankenhaus“, beruhigt Zerzer.

ds

					

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