Es sind die Güterzüge mit den orangenen Kärtchen an den Kesselwagen. Die geben an, dass sich gefährliche Stoffe in den Behältern befinden. Dutzende solcher Züge fahren täglich über den Brenner. Und immer wieder kommt es dabei aber zu Großeinsätzen der Feuerwehren. So auch Dienstagnacht, als wieder einmal am Brenner bei einem Kesselwagen ein Austritt von giftigen Stoffen festgestellt wurde. Zum Glück ist nichts passiert und der Waggon konnte von den Feuerwehren abgedichtet werden.
Ein Vorfall, der in dieser Woche schon zum zweiten Mal passierte. Das bedeutet für die Feuerwehren des Wipptals jedes Mal einen Großeinsatz mit allen möglichen Gerätschaften. Und das „nur“ wegen eines tropfenden Waggons. „Ich verstehe, dass viele Feuerwehrleute verärgert sind, wenn sie mitten in der Nacht aus dem Bett geholt werden“, sagt auch der Geschäftsführer der Rail Traction Company RTC, Martin Ausserdorfer, „deshalb besteht Handlungsbedarf.“
Neue Rettungspläne
Etwa 100 solcher Züge mit Gefahrgut würden täglich den Brenner passieren. „Bei den meisten Zügen passiert gar nichts. Also die Zahl der Einsätze verläuft in einem sehr niedrigen Prozentbereich“, sagt der RTC-Geschäftsführer. Konkret wird der Zug bei der Fahrt von Deutschland nach Italien vor seiner Abfahrt beim Verladen kontrolliert. Anschließend finden in Innsbruck und auch später am Brenner noch einmal Kontrollen statt. Danach erst kann der Zug nach Verona weiterfahren. „Wenn unsere Zugführer bei der Übernahme der Züge am Brenner tropfende Waggone mit Gefahrgut feststellen, dann alarmieren sie den Schienennetzbetreiber RFI. Der setzt dann den Notruf ab“, erklärt Ausserdorfer. Den Eisenbahnern ist es gar nicht erlaubt an den Waggonen herumzuhantieren. Das dürften nur diejenigen, die den Waggon beladen haben, erklärt Ausserdorfer. Er will deshalb am Ablauf der Einsätze ansetzen.
„Deshalb müssen wir schauen, dass wir bei solchen Einsätzen präziser vorgehen können und eine Alarmierung der gesamten Mannschaften aus dem Wipptal verhindern können.“
Martin Ausserdorfer RTC-Geschäftsführer
Was Ausserdorfer vor hat, das ist sich als Mittelsmann zwischen Eisenbahngesellschaft und Landesfeuerwehrverband einzuklinken. „Nur so kann es gelingen bei solchen Einsätzen die Abläufe zu vereinfachen. Da braucht es einen technischen Einsatz vor Ort, aber sicherlich keinen Großeinsatz.“ Doch bis es so weit ist, kann es wohl auch noch zu einigen Großeinsätzen der Feuerwehren im Wipptal wegen tropfender Waggone kommen.