Der sechsfache Weltmeister Jakob Schubert hat gezeigt, dass er im Lead- oder Vorstiegsklettern der Beste der Welt ist. Das Top (100 Punkte) nur knapp verpasst, schaffte Schubert 96 Punkte. Genau wie der Tscheche Adam Ondra. Das Problem bei Olympia: Medaillen gibt es für die besten Sportkletterer nur in der Kombination aus Lead und Bouldern. Im Bouldern waren vier Athleten besser.
17-jähriger Brite gewinnt Gold
Dabei hatte Schubert exzellent begonnen, das erste von vier Boulder-Problemen gelöst. Doch am dritten Boulder, der ihm auf den Leib geschneidert schien, bekam der mit 33 Jahren älteste Finalteilnehmer gar keine Punkte. Am Ende standen Schubert nur 43,6 von 100 Punkten zu Buche, 25 weniger als jene des Briten Toby Roberts. Weil der 17-Jährige auch im Leadbewerb fast genauso hoch stieg wie Schubert, sicherte sich Roberts den Olympiasieg. Ähnliches gilt für den Japaner Sorato Anraku auf Platz zwei.
Schubert hatte auf mehr gehofft
Schubert trauerte am Ende der Goldmedaille hinterher: "Ich habe schon das Gefühl, es war viel mehr drinnen. Gerade im Bouldern habe ich extrem viele Punkte liegengelassen. Da trauere ich schon dem einen oder anderen Top hinterher. Silber war jedenfalls drinnen, auch Gold wäre möglich gewesen. Von dem her bin ich gerade ein bisschen enttäuscht. Aber ich habe eine Medaille gewonnen bei Olympia, das ist etwas Wunderschönes. Es hätte auch anders ausgehen können, da bin ich schon sehr froh drüber", sagte Schubert im ORF-Interview.
Detail am Rande: Die Bronzemedaille von Schubert ist die 100. Medaille für Österreich bei Sommerspielen.