Ministerpräsidentin Giorgia Melon hat gestern Abend vor übertriebenem Alarm in Zusammenhang mit den US-Zöllen gewarnt. "Der US-Markt ist ein wichtiger Markt für die italienischen Exporte, er macht aber schließlich 10 Prozent unserer gesamten Ausfuhren aus, und wir werden nicht aufhören, in die USA zu exportieren. Das bedeutet, dass wir natürlich ein weiteres Problem haben, das wir lösen müssen, aber es ist nicht die Katastrophe, von der einige Leute sprechen", kommentierte Meloni laut Medienangaben.
Italien befürchtet also die negativen Auswirkungen der von US-Präsidenten Donald Trump beschlossenen Einführung von neuen Zöllen. "Das ist eine Maßnahme, die ich für falsch halte und die nicht im Interesse beider Länder ist", sagte sie.
Kein Handelskrieg
"Wir werden alles tun, um auf eine Einigung mit den Vereinigten Staaten hinzuarbeiten, mit dem Ziel, einen Handelskrieg abzuwenden, der den Westen gegenüber anderen globalen Akteuren schwächen würde. In jedem Fall werden wir, wie immer, im Interesse Italiens und seiner Wirtschaft handeln, auch indem wir mit unseren anderen europäischen Partnern sprechen", so die Ministerpräsidentin.
Ähnlich sieht die Lage der italienische Außenminister Antonio Tajani. "Wir arbeiten bereits mit der EU und den europäischen Partnern zusammen, um eine erste Einschätzung und eine gemeinsame Antwort zu finden", erklärte Antonio Tajani.
Im Rai-Interview kündigte Meloni an, die Auswirkungen der US-Zölle Sektor für Sektor untersuchen zu wollen. Bereits nächste Woche will Meloni die Wirtschaftsverbände treffen und die Schätzungen der Regierung mit denen der Verbände zu vergleichen. Gemeinsam möchte Meloni Lösungsvorschläge erarbeiten und diese dann mit den Partnern in Europa absprechen. Die Lösung, mit Zöllen auf die US-Zölle zu reagieren hält Meloni für falsch. Die Auswirkungen auf Italien könnten größer sein als auf die USA. Als Ziel gibt Meloni vor, das Gespräch mit den USA zu suchen, um die Zölle abzuschaffen.
Meloni ändert Terminplan
Meloni hatte ihre für gestern geplanten Termine abgesagt, um sich ganz auf die Problematik der Zölle zu konzentrieren teilte ihr Büro mit. Die Ministerpräsidentin hätte an der Einweihung einer Polizeistation in Limbadi in Kalabrien teilnehmen sollen. Auch Industrieminister, Adolfo Urso, hat seine Termine abgesagt, um sich ganz auf die Zollsituation zu konzentrieren.