Kaltern will Vorkaufsrecht für Tertiarkloster nutzen

Es schien schon fix ausgemacht, dass das Kloster an die Vinzenzgemeinschaft verkauft wird. Jetzt will die Gemeinde ein Wort mitreden.

 Das Tertiarkloster im Ortszentrum von Kaltern
Rai Südtirol
Das Tertiarkloster im Ortszentrum von Kaltern

Die Tertiarschwestern in Kaltern können das Kloster nicht halten und suchten nach einer neuen Bestimmung. Und die fanden sie in einem Haus der Solidarität nach Vorbild des HdS in Brixen. Die Vinzenzgemeinschaft sollte das Kloster dafür übernehmen. Auch ein Verkaufspreis wurde schon vereinbart, kolportiert wurden vier Millionen Euro. Die Sache schien also fix vereinbart. Doch nun will auch die Gemeinde ein Wort bei der künftigen Nutzung mitreden, der Gemeindeausschuss hat am Montagabend beschlossen, Verhandlungen mit den Tertiarschwestern aufzunehmen. Die Gemeinde überlegt, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.

Rechnung nicht ohne den Wirt machen 

„Menschen wenden sich mit sehr unterschiedlichen Anliegen an uns und wir sehen es als unsere Aufgabe, die Möglichkeiten zu prüfen, wie bestehende Gebäude künftig auch für soziale Zwecke genutzt werden können“, sagt Kathrin Florian, Gemeindereferentin für Soziales, zu RAI Südtirol. Deshalb findet sie es unseriös, von konkreten Vorhaben zu sprechen, solange nicht geklärt ist, wer Eigentümer des Gebäudes wird.

„Man kann die Rechnung nicht ohne den Wirt machen“, sagte Kathrin Florian. Die Gemeinde sei im Gespräch mit der Vinzenzgemeinschaft und bemüht, ein Einvernehmen zu finden. Das Vorhaben, ein Haus der Solidarität nach dem Vorbild in Brixen einzurichten, sei nur eine der Ideen. Auch die Gemeinde habe klare Vorstellungen, das Gebäude für soziale Zwecke und zum Nutzen der Kalterer Bevölkerung einzusetzen. Florian fühlt sich von dem konkreten Vorhaben „ein bisschen überrumpelt“. Kaltern hänge sehr am Kloster und an den Tertiarschwestern. Wegen des Verkaufs müsse man jetzt aber mit Obrigkeiten des Ordens reden, sagt Florian.