Studie: Brenner-Beschränkungen kosten Italien bis zu 540 Millionen Euro pro Jahr

Die wirtschaftlichen Folgen durch Blockaden am Brenner sind laut Studie enorm. Verkehrsminister Salvini erwartet bald Entscheidung des EuGH.

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Rai Tagesschau

Die italienische Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ beziffert den wirtschaftlichen Schaden durch die Verkehrsbeschränkungen am Brenner auf 370 bis 540 Millionen Euro pro Jahr. Grundlage sind Berechnungen von Uniontrasporti, einer Gesellschaft des italienischen Kammersystems, die sich mit Verkehrs- und Infrastrukturfragen beschäftigt.

Demnach seien die Einschränkungen auf österreichischer Seite zu einer erheblichen Belastung für den Warenverkehr zwischen Italien und Mitteleuropa geworden.

Transportkapazität deutlich eingeschränkt

Als Hauptursache nennt die Studie die verschiedenen Verkehrsbeschränkungen des Landes Tirol. Dazu zählen das Nachtfahrverbot für Lastwagen, sektorale Fahrverbote für bestimmte Gütergruppen sowie weitere Begrenzungen des Schwerverkehrs.

Allein diese Maßnahmen würden die Transportkapazität entlang der Brennerroute um rund ein Drittel verringern. Laut Uniontrasporti sinkt die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur durch das Nachtfahrverbot um etwa 32 Prozent, durch Wochenendbeschränkungen um weitere 16 Prozent.

Die Folge seien längere Transportzeiten, höhere Kosten und Verkehrsverlagerungen auf andere Alpenübergänge.

Zusätzliche Belastung durch Luegbrücke

Seit Anfang 2025 kommen laut Studie weitere Einschränkungen durch die Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke auf österreichischer Seite hinzu. Dort steht dem Schwerverkehr nur noch eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung.

Uniontrasporti schätzt die dadurch entstehenden Zusatzkosten auf rund 174 Millionen Euro jährlich. Ein Teil des Verkehrs werde mittlerweile über andere Routen wie den Gotthard, den San Bernardino oder Tarvis umgeleitet.

Urteil des EuGH erwartet

Vor diesem Hintergrund verweist die Zeitung auf das laufende Verfahren Italiens gegen die Tiroler Verkehrsbeschränkungen vor dem Europäischen Gerichtshof.

Verkehrsminister Matteo Salvini erklärte, er erwarte eine „eindeutige Entscheidung“ des Gerichts. Das Urteil soll nach derzeitigen Erwartungen noch vor Jahresende fallen.

Die italienische Regierung argumentiert seit Jahren, dass die Tiroler Maßnahmen den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union unverhältnismäßig einschränkten. Tirol verweist hingegen auf den Schutz von Bevölkerung und Umwelt entlang der stark belasteten Transitroute.