Tagesschau
15. April 2021 aktualisiert um 10:42
Wirtschaft und Arbeit

Weihnachten: Die Folgen geschlossener Skigebiete

Noch ist offen, wann die Skigebiete aufsperren, zu Weihnachten eher nicht. Auch danach gibt es kein Datum. Das könnte Folgen für viele haben.

Was bedeutet es nun für Südtirols Skigebiete, wenn sie über die Weihnachtsfeiertage nicht öffnen dürfen? Oder gar erst noch später. Kann es sein, dass einige dann ganz zusperren müssen?

Man kann Südtirols Skigebiete auch in dieser Frage nicht über einen Kamm scheren. Manche wie der Kronplatz haben finanzielle Reserven. Andere kämpfen immer wieder ums Überleben. Im Hinblick auf eine möglicherweise stark verkürzte Wintersaison sagt der Präsident des Verbandes der Seilbahnunternehmer, Helmut Sartori: "Man muss sich anschauen, wie ein Skigebiet bisher finanziell aufgestellt war. Problematisch kann es für Skigebiete werden, die bisher schon Probleme hatten und die investiert haben.“

Problematisch kann es für Skigebiete werden, die bisher schon Probleme hatten. 

Helmut Sartoni, Präsident Seilbahnunternehmer 

Wie gesagt: Für manche Skigebiete bzw. Liftgesellschaften ist ein Defizit nichts Ungewöhnliches. Sie greifen dann zum Mittel der Kapitalaufstockung. Das heißt, ihre Gesellschafter - häufig sind das die Hoteliers - pumpen weiteres Geld in die Liftgesellschaft. Aber genau diese Hoteliers stecken jetzt wegen des Lockdowns selbst in Schwierigkeiten. Und das kann gefährlich werden, bestätigt Sartori. "Wir haben Gebiete, in denen Hoteliers auch maßgeblich an Skigebieten beteiligt sind. Die letzte Wintersaison war auch schon verkürzt, zum Teil war auch die Sommersaison sehr kurz. Wenn der kommende Winter auch nicht vergleichbar ist mit vergangenen Saisonen, dann kann das schon sehr bedenklich werden. Diese Probleme haben nicht nur die Liftgesellschaften, sondern auch die Hoteliers. Da wird eine Kapitalaufstockung schwierig.“

Die Skigebiete leben sicher nicht von den Einheimischen.

Christian Pfeifer, Wirtschaftszeitung 

Trotzdem zeigt die Tourismuswirtschaft einen gewissen Optimismus und hat beispielsweise mit der Produktion von Kunstschnee begonnen. Damit fallen ordentlich Spesen an. Dabei ist noch gar nicht klar, ob beispielsweise die Deutschen über Weihnachten verreisen dürfen und wie es mit der Reisefreiheit innerhalb Italiens ausschaut. Dazu sagt der Chefredakteur der Südtiroler Wirtschaftszeitung, Christian Pfeifer: "Wenn die Gäste nicht kommen können, dann nutzt es wenig, die Skigebiete aufzusperren. Es ist ein Problem, dass die Skigebiete jetzt beginnen, in Vorleistung zu gehen. Sie beginnen, Schnee zu produzieren. Sie rechnen damit, dass es mit dem Wintergeschäft und auch mit dem Weihnachtsgeschäft etwas wird. Es wäre wirtschaftlich ein schwerer Schlag, wenn die Gäste nicht kommen.“

Überhaupt sollte man nicht nur auf die Lifte schauen, sagt Pfeifer, sondern eben auch auf Hotels, Gastronomie und Zulieferer. Im Wintertourismus arbeiten mehr als neun Prozent der Südtiroler Beschäftigten. Und das Weihnachtsgeschäft hat einen großen Anteil an dieser Saison. Was, wenn zumindest die Einheimischen, also die Südtiroler, über Weihnachten fleißig Skifahren? "Die Skigebiete leben sicher nicht von den Einheimischen. Die Einheimischen kommen am Wochenende zum Skifahren. Während der Woche wären dann die Skigebiete leer. Allein von diesen Skifahrern können die Skigebiete nicht leben. Wenn nur Einheimische Ski fahren, ist der Winter sicher ein Verlustgeschäft.“

Und so bleibt auch für den Wintertourismus der Blick auf die Corona-Infektionszahlen entscheidend.

sk/pm

					

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