Tagesschau
07. August 2022 aktualisiert um 18:20
Politik und Institutionen

Ulrich Seitz: Ehrenamt in Not? - Keine Panik

Ulrich Seitz warnt vor Panikmache wegen der neuen Staatsbestimmungen zum Ehrenamt. Vieles an der Reform sei positiv und viel Bürokratie in Südtirol sei hausgemacht.

Südtirol ist das Land der Vereine und des Ehrenamtes. Es gibt 4.380 Vereine mit insgesamt fast 250.000 Mitgliedern. Doch nun sehen viele von ihnen das Ehrenamt in Gefahr. Staatliche Bestimmungen sollen den Vereinen das Leben in bürokratischer Hinsicht so schwer machen, dass viele Ehrenamtliche das Handtuch werfen wollen. Einige drohen deshalb sogar mit einem Protestmarsch nach Bozen. 

"Ehrenamt in Not": Petition mit 5.300 Unterschriften 

Der Alpenverein, der Schützenbund, der Heimatpflegeverband, der Chorverband, der Verband der Südtiroler Sportvereine, die Bauernjugend und andere mehr: Sie alle fordern in einer Petition, dass Südtirol die Zuständigkeit für die ehrenamtlichen Verbände und Vereine behält und nicht alles über den Staat abgewickelt werden muss. 

Seitz: "Keine Panik- viel Bürokratie hausgemacht"

Der Direktor des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Ulrich Seitz warnt vor Panikmache rund um die neuen Bestimmungen zum Ehrenamt. Diese neuen Bestimmungen führten auch das Ehrenamt in das digitale Zeitalter, sagte DZE-Direktor Seitz im Morgengespräch auf Rai Südtirol. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gebe es dazu schon seit Jahren verpflichtende Kurse für Führungskräfte im Ehrenamt. Die Fortbildung sei für die Führungskräfte auch ein persönlicher Vorteil. 

Ulrich Seitz ortet bürokratische Probleme weniger in den neuen staatlichen Bestimmungen als vielmehr in Südtirol selbst.  Hier gebe es administrative Hürden, sagt Seitz und verweist als Beispiel darauf, wie die Kontrollen in den verschiedenen Landesämtern durchgeführt werden. Dort gebe es immer auch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den verschiedenen Ressorts. Seitz appelliert an die Landesstellen in einem Netzwerk zusammen zu arbeiten und so interne Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. 
Das würde viele Abläufe im Ehrenamt deutlich erleichtern - und wohl nicht nur dort.

ka mm 

					

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