Politik Podcast

„Wenn keiner sein Wort bricht, wird die Regierungsbildung schwierig“

Politikwissenschaftler Peter Filzmaier rechnet im Podcast von Rai Südtirol mit langwierigen Koalitionsverhandlungen in Österreich, weil die FPÖ möglicherweise stärkste Partei wird, aber keiner mit ihr regieren will.

Peter Filzmaier ist der bekannteste Politikwissenschaftler Österreichs. Unter anderem für den ORF beobachtet und analysiert der Professor an den Universitäten von Graz und Krems regelmäßig die österreichische Innenpolitik. “Filzmaiern” als Synonym für “politische Analyse betreiben” hat es in Österreich vor neun Jahren sogar auf die Liste für das “Wort des Jahres” geschafft. 

Filzmaier im Rai Südtirol Podcast

Im Rai-Südtirol Podcast “Am Puls” analysiert Peter Filzmaier den österreichischen Wahlkampf und wagt schon einmal einen Ausblick auf die allfälligen Koalitionsverhandlungen. Diese könnten schwierig werden, denn laut Umfragen könnte die FPÖ stärkste Partei werden. Im Wahlkampf haben aber alle anderen Parteien erklärt, dass sie mit der FPÖ unter ihrem umstrittenen Obmann Herbert Kickl keinesfalls regieren möchten. 

Die vorstellbaren Szenarien

Wird es also eine Regierung der Zweit- Dritt- und Viertplatzierten geben? Und wie schaut es da mit den inhaltlichen Übereinstimmungen aus? Oder gibt es doch eine Partei, oder Strömungen in einzelnen Parteien, die sich eine Regierung mit Kickls FPÖ vorstellen können? Filzmaier kommt zum Schluss, dass es für jene, die eine Regierung ohne FPÖ bilden wollen darauf ankommt rasch zu handeln.

Je länger und zäher sich die Gespräche gestalten umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand sein Nein zu Kickl revidiert oder wie es Filzmaier sagt: “Man kann sich ja von Politikern nicht wünschen, dass sie ihr Wort brechen, aber wenn in diesem Fall sich alle an ihr Wort halten, dann wird die Regierungsbildung langwierig und mühsam.”