USA/Trentino

Minnesota: Von ICE getöteter Krankenpfleger Alex Pretti hatte Trentiner Wurzeln

Die Urgroßeltern des 37-Jährigen stammen aus dem Nonstal. Sein Urgroßvater emigrierte Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA.

ICE-Beamte erschießen den Krankenpfleger Alex Pretti
Ansa/X/Dropsite
ICE-Beamte erschießen den Krankenpfleger Alex Pretti

Der in Minneapolis erschossene Krankenpfleger Alex Jeffrey Pretti hatte Trentiner Wurzeln: Seine Urgroßeltern stammen aus dem Nonstal. Der 37-jährige Krankenpfleger war am Samstag bei einer Razzia der Einwanderungsbehörde ICE auf der Straße erschossen worden. 

Der Urgroßvater von Alex Pretti hieß Joseph Pretti, er wurde 1896 - damals noch als österreichischer Staatsbürger - in Cagnó in der Gemeinde Novella im oberen Nonstal geboren - also nicht weit von der Südtiroler Grenze. Das berichtet “Il T Quotidiano Autonomo del Trentino Alto Adige Südtirol”. Demnach emigrierte Joseph Pretti in die USA nach Bessemer in Michigan. Dort lernte er auch seine Frau Maria Mary Pedri kennen, die ebenfalls Trentiner Wurzeln hat.  Als Quelle zitiert “Il T Quotidiano” den US-Bürger James Caola, der ursprünglich aus Pinzolo stammt und seit Jahren die Abstammung und Familiengeschichte von Trentinern erforscht, die im Ausland leben. 

In Minneapolis wächst inzwischen die Wut auf US-Präsident Donald Trump und dessen rigorose Abschiebepolitik. Die Eltern von Pretti werfen den Einsatzkräften vor, ihren Sohn ohne legitimen Grund getötet zu haben. Das Heimatschutzministerium stellt den Fall hingegen als Notwehr dar - doch Videos von der Szene befeuern Zweifel daran. Das Video zeigt, dass Pretti von vermummten ICE-Beamten mit zehn Schüssen erschossen wurde, als er unbewaffnet am Boden lag.

Schon als die 37-jährige US-Bürgerin Renée Good Anfang Jänner bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis in ihrem Auto erschossen worden war, bezeichnete die Regierung das Vorgehen als Notwehr eines Beamten in akuter Lebensgefahr. Doch auch in Goods Fall zeichneten Videos ein anderes Bild.